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Beitrag Verfasst: Montag 8. Oktober 2012, 10:57 
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Diese Beiträge (immer wieder geupdatet) sollte JEDER lesen, der sich um seine oder seiner Familie Zukunft sorgt. Da wurde eine "Umfrage" erstellt, die einem das Blut in den Kopf schießen läßt:
Zeit - die deutsche Bevölkerung aufzuklären!
Zitat:
Die Mehrheit der Deutschen akzeptiert nach einer Umfrage die geplante Absenkung des Rentenniveaus. ???
51 Prozent der Bevölkerung sind der Emnid-Erhebung im Auftrag des Magazins "Focus" zufolge bereit, die bis 2030 vorgesehene Verringerung von derzeit gut 50 auf dann bis zu 43 Prozent hinzunehmen. Im Gegenzug sollten besonders niedrige Renten mit Steuermitteln aufgestockt werden. 19 Prozent der Befragten meinten, künftige Rentner sollten durch private Vorsorge selbst das sinkende Rentenniveau ausgleichen. 39 Prozent der Befragten befürworteten, die Rentenbeiträge zu erhöhen, um das Absenken des Niveaus zu verhindern.
http://www.n24.de/news/newsitem_8273440.html
oder auch hier:
http://www.tagesspiegel.de/politik/mehr ... 25392.html
Kanzlerin Angela Merkel befürwortete im Streit über drohende Altersarmut Lösungsvorschläge junger Abgeordneter und stellte sich damit gegen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. „Es ist ein guter Vorschlag zu überlegen, ob man das Element der privaten Vorsorge stärker mit einbezieht“, sagte die CDU-Chefin

Zwar ist niemand gezwungen sich genauer über die Rentenlügen zu informieren, z.B. *hier* - insbesondere Lüge Nr. 6!
Leider wurde die Seite vom Netz genommen???
Aber diese Grafik aus der deutschen Qualitätszeitung BILD ist ja nicht mehr zu widerlegen:

Bild

Dabei stellt sich die Frage, ob von den "angeblich 51 % Befürwortern" nicht etwa 99 % sich der Tragweite gar nicht bewusst sind, dass ein Lohn von € 2.700.-- hier 40 Jahre gearbeitet gerade mal dem Sozialhilfeniveau, sprich Grundsicherung entspricht und man/frau dann wahrscheinlich sogar aufs Amt "darf" um sich
a) naggich zu machen, und
b) nachdem das Geld nicht reicht, "Aufstockung" zu beantragen?

Um es nochmal zu verdeutlichen:
Wer 2700 Euro verdient - muss, nach Renteneintritt = € 849,38, betteln gehen. DAS weiß doch jeder - ODER?
Laut Statistischem Bundesamt haben 2010 mehr als ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten weniger als 2500 Euro im Monat verdient.

Ergo - das Rumjammern in einzelnen Foren nutzt nichts.
Man muss raus, Kommentare in Zeitschriften posten und die Bevölkerung aufklären - sonst wird das nichts.
NIE.

_________________
Ursula von der Lügen Leyen, 13.06.09: „Die Arbeit der Tafeln entbindet den Staat nicht von seiner Verantwortung“...
und ..."die Tafeln legen vielmehr den Finger in die Wunde und machten damit auf soziale Schieflagen aufmerksam"
Sprüche 17:28: "Ein Narr wenn er schwiege, würde auch für weise gerechnet und verständig, wenn er das Maul hielte".

  

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Beitrag Verfasst: Montag 8. Oktober 2012, 13:05 
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Jean Fairtique hat geschrieben:
Um es nochmal zu verdeutlichen:
Wer 2700 Euro verdient - darf/muss nach Renteneintritt (€ 849,38) betteln gehen. DAS weiß doch jeder - ODER?

Ergo - das Rumjammern in einzelnen Foren nutzt nichts.
Ihr müsst raus, Kommentare in Zeitschriften posten und die Bevölkerung aufklären - sonst wird das nichts.
NIE.


Korrekt.

Dazu passend der Kommentar von Gert Flegelskamp.

_________________
Ich gebe hier keine Rechtsberatung, denn das kann und darf ich nicht.

  

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Beitrag Verfasst: Montag 8. Oktober 2012, 18:34 
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Nachtrag - die durchschnittliche Rentenhöhe in der EU

Zur Erklärung:
Rote Balken
links = Deutschland, Mitte Durchschnitt OECD, Rechts Durchschnitt EU
Dass der deutsche Durchschnitt (mit 42 %) lustigerweise relativ hoch ausfällt,
ist nur den Beamtenpensionen zu verdanken...

Bild

Anzumerken bleibt außerdem:
der Deutsche hat 23 % (dreiundzwanzig Prozent!) weniger Rente wie der EU-Durchschnittsbürger
und auch sage und schreibe 38 % (achtunddreissig Prozent!) weniger Rente wie ein Österreicher...
Und das, obwohl unsere Beamtenpensionen das Ergebnis nach oben verfälschen.

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Beitrag Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2012, 14:17 
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Jean Fairtique hat geschrieben:
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Nachtrag - die durchschnittliche Rentenhöhe in der EU

Zur Erklärung: Roter Balken links = Deutschland, Mitte Durchschnitt OECD, Rechts Durchschnitt EU
Dass der deutsche Durchschnitt (mit 42 %) unverständlicherweise relativ hoch ausfällt,
ist nur den Beamtenpensionen zu verdanken...


Bild


Der deutsche Michel hat leider nicht verstanden, dass so die Gesetzliche Rente abgeschafft werden soll? $aaaah$ Es wenn alles zusammen bricht, wird vielleicht aufgewacht?
Ich werde es trotzdem in meine Verteiler weiterleiten.
Gruß Seppelmaus

  

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Beitrag Verfasst: Samstag 13. Oktober 2012, 13:29 
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Noch ein neuer Link:
Rentner in Deutschland mussten in den vergangenen 20 Jahren einen Kaufkraftverlust von rund 20 Prozent wegstecken. Das hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken zugegeben. Das Problem betrifft gleichermaßen Ost- und West-Rentner.
Seltsam: Solche Anfragen hört man nie von CDU/CSU, SPD und Grünen - warum wohl?
http://www.derwesten.de/politik/deutsch ... 90343.html

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Beitrag Verfasst: Freitag 9. November 2012, 23:09 
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Gerade gefunden ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Professor Butterwegge:
http://www.domradio.de/aktuell/84976/da ... -name.html

  

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Beitrag Verfasst: Samstag 10. November 2012, 12:22 
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Danke an Picobello
Prof. Butterwegge kritisiert Rentenpläne der Bundesregierung

Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrt Politikwissenschaft und ist Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt) an der Universität Köln.

"Das Beste daran ist der Name"

Mit einer sogenannten Lebensleistungsrente will die Koalition Altersarmut bekämpfen. Zynisch findet Prof. Christoph Butterwegge die Pläne - und kritisiert sie im domradio.de-Interview als "Feigenblatt" einer Politik, die sonst nichts gegen das Problem tue.


domradio.de: Seit Beginn der Woche ist die Rentendiskussion ganz oben auf der Agenda - eine bessere PR für ihr Buch hätte es gar nicht geben können?
Zitat:
Butterwegge: Das stimmt. Seitdem Frau von der Leyen in der "Bild am Sonntag" ihre Rentenschock-Tabelle veröffentlicht hat, ist das Thema Altersarmut in der Öffentlichkeit angekommen. Na ja... Aber wir haben dieses Buch lange vorher begonnen, vor ungefähr einem Jahr. Schon damals gingen wir davon aus, dass dieses Problem bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Ich tue mich schwer damit, es nur als bloßes Zukunftsproblem zu sehen - so wie es die Tabelle suggeriert, die sich auf das Jahr 2030 bezieht. Nein, heute sind schon viele Menschen im Alter arm. Um es an ein paar Zahlen zu verdeutlichen: Grundsicherung im Alter beziehen 436.000 Personen. Wenn man weiß, dass im Alter die Scham und der Stolz sehr groß sind und man den Gang zum Sozialamt scheut, weiß man, dass sicherlich - die Dunkelziffer eingerechnet - deutlich mehr als eine Million Menschen auf dem Hartz-IV-Niveau von 688 Euro leben. Besonders bedrückend finde ich, dass gleichzeitig immer mehr ältere Menschen auch arbeiten gehen. 760.000 haben einen Minijob, und davon sind alleine fast 120.000 75 Jahre oder älter. Das zeigt, dass die Rente nicht reicht. Kaum jemand trägt einfach so nachts Zeitungen aus, putzt Klos oder Ähnliches. Das ist ein Ausdruck einer wachsenden materiellen Not im Alter.


domradio.de: Was genau bedeutet Armut im Alter in Deutschland?
Zitat:
Butterwegge: Man weiß nicht, wie man Strom und Gas bezahlen soll und befürchtet, dass beides abbestellt wird. Man geht nichts in Kino und kann sich nicht leisten, mit Freunden mal eine Kneipe aufzusuchen. Man fährt nicht in Urlaub - über Jahrzehnte hinweg. Und das halte ich in einem so reichen Land wie dem unseren nicht mit dem Grundgesetz für vereinbar, denn da wird sowohl die Würde des Menschen verletzt als auch das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes mit Füßen getreten.


domradio.de: Die Regierungskoalition diskutiert über die "Lebensleistungsrente" - also ein Zuschuss, wenn jemand mindestens 40 Jahre eingezahlt und privat vorgesorgt hat. Was halten sie davon?
Zitat:
Butterwegge: Das Beste daran ist der Name. Aber es ist natürlich im Grunde auch Stück weit Zynismus, wenn man Altersarmut als Lohn für Lebensleistung ansieht. Denn erstens werden ganz viele nicht erreicht. Das trifft für die Bestandsrentner zu: Wer jetzt schon eine Rente erhält, bekommt diese zusätzliche Leistung, die Frau von der Leyen mit der Zuschussrente in die Diskussion gebracht hat und die jetzt Lebensleistungsrente heißen soll, gar nicht. Dann haben Menschen keine Chance, die mehrfach oder langzeitarbeitslos waren, die selbständig waren, die also lückenhafte Erwerbs- und damit auch Rentenverläufe haben. Und selbst diejenigen, die den Ansprüchen genügen, werden nur wenige Euro über die Grundsicherung von 688 Euro hinausgehoben. Das heißt in einer Konsumgesellschaft wie der unseren, weiter arm zu sein. Deswegen ist das nicht mehr als ein Feigenblatt der Regierung, mit dem man verdeckt, dass man in Wirklichkeit nichts gegen die Altersarmut tut.


domradio.de: Ist das denn alles schon Wahlkampfgetöse?
Zitat:
Butterwegge: Es ist zumindest der Versuch, Handlung vorzutäuschen; so zu tun, als reagiere man auf ein kaum mehr zu leugnendes Problem. Aber es ist keine wirkliche Lösung des Problems, sondern mehr Augenwischerei. Aber es hat schon damit zu tun, dass man fürchtet, dass das Thema Rente, Altersarmut und mangelnde soziale Gerechtigkeit in unserem Land das zentrale Thema des Bundestagswahlkampfs wird. Das scheuen die etablierten Parteien in der Bundesrepublik. Etablierte Parteien? Als da sind... CDU/CSU, FDP, Grüne und nicht zu vergessen SPD?
Und ich glaube schon, dass Frau von der Leyen klug genug ist, mit ihrem Konzept wenigstens etwas auf den Tisch zu legen, mit dem man dann sagen kann, wir haben es versucht und nicht einfach zugesehen.


domradio.de: Grundsätzlich kann man jetzt aber doch auch nicht Rentenversprechen für die kommenden Jahrzehnte abgeben, ohne zu wissen, wie man sie finanziert?
Zitat:
Butterwegge: Die Höhe der Rente ist sicherlich bestimmt von den finanziellen Möglichkeiten einer Gesellschaft. Aber der Reichtum in Deutschland ist so hoch - das zeigt auch der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung -, dass auf der einen Seite der private Reichtum bei wenigen konzentriert, auf der anderen Seite nimmt die Armut zu. Die Lösung des Problems sehe ich in einer anderen Verteilung des Reichtums. Die Altersarmut ist keine Frage der Biologie und der demographischen Entwicklung einer Gesellschaft, sondern die Höhe der Rente ist erstens bestimmt von dem, was an gesellschaftlichem Reichtum erwirtschaftet wird, und zweites wie dieser auch weiterhin wachsende gesellschaftliche Reichtum in der Bundesrepublik verteilt wird. Und wenn das Bruttoinlandsprodukt weiter wächst - was man annehmen kann -, ist für alle genug da. Insbesondere dann, wenn die demographische Entwicklung in die Richtung geht, dass die Bevölkerungszahl so stark abnimmt, wie uns das manche Demographen prognostizieren. Dann wird der Kuchen größer, und die Zahl derjenigen, auf die er verteilt werden muss, wird kleiner. Und dann müsste eigentlich für alle ein größeres Stück da sein. Aber leider ist bei uns immer noch die Vorstellung vorhanden, es fehle an Geld. Nein, das Geld ist da, nur befindet es sich in den falschen Taschen. Es muss von oben nach unten verteilt werden.


Hintergrund: Gerade ist sein Buch "Armut im Alter. Probleme und Perspektiven der sozialen Sicherung" erschienen.
Außerdem sehr lesenswertsein Vorwort zum kritischen Jahrbuch

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Ursula von der Lügen Leyen, 13.06.09: „Die Arbeit der Tafeln entbindet den Staat nicht von seiner Verantwortung“...
und ..."die Tafeln legen vielmehr den Finger in die Wunde und machten damit auf soziale Schieflagen aufmerksam"
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Beitrag Verfasst: Samstag 17. November 2012, 00:24 
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Deutscher Sozialgerichtstag e.V. fordert: Erwerbsminderungsrenten müssen armutssicher sein

Der Deutsche Sozialgerichtstag hat auf seiner Bundestagung am 15. und 16.11.2012 in Potsdam eine stärkere Beachtung der Erwerbsminderungsrenten in der Rentendiskussion gefordert.

Etwa ein Fünftel aller Neurentner scheidet wegen Gesundheitsschäden vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus und erhält Erwerbsminderungsrente. Die durchschnittliche Höhe neuer Erwerbsminderungsrenten hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verringert und liegt heute im Bereich der Grundsicherung; private Vorsorge ist kaum möglich. "Die Rentenversicherung dient traditionell nicht nur der Alterssicherung, sondern auch der Absicherung gegen das Risiko, wegen Krankheit dauerhaft nicht mehr arbeiten zu können. Wie bei Altersrenten muss auch bei Erwerbsminderungsrenten geprüft werden, wie ein Sicherungsniveau über der Grundsicherung erreicht werden kann", erklärte die Präsidentin des Deutschen Sozialgerichtstags Monika Paulat. Als Mittel hierzu wurden die von der Bundesregierung vorgesehene günstigere Bewertung der letzten Jahr vor Eintritt der Erwerbsminderung sowie die stufenweise Steigerung der Zurechnungszeiten als notwendige Folge des höheren Rentenalters begrüßt. Es müsse aber auch geprüft werden, die in der Vergangenheit auch für Erwerbsminderungsrenten eingeführten Abschläge bei einem Rentenbeginn vor dem 65. Lebensjahr rückgängig zu machen.

Für notwendig hielten die in der Kommission Rentenversicherung versammelten Fachleute zudem eine Anpassung der Gesundheitsprüfung im Rentenverfahren an die gewandelten Anforderungen der Arbeitswelt, in der die geistige Leistungsfähigkeit immer stärker in den Vordergrund rücke. Erhebliche Defizite sahen die Kommissionsmitglieder bei der Rehabilitation. Zur Vermeidung von unnötigen Verrentungen müsse diese in der Praxis deutlich effektiver gestaltet und dem Grundsatz "Reha vor Rente" Geltung verschafft werden. Hierzu erklärte eine Mitarbeiterin der Deutschen Rentenversicherung: "Wenn es gelingt, dass ein Versicherter durch eine Reha-Maßnahme wieder seinen Lebensunterhalt selbst verdienen kann, ist ihm mehr geholfen als mit einer Rente und die Rentenversicherung hat viel Geld gespart!" Diese Aussage traf auf breite Zustimmung.

Der 4. Deutsche Sozialgerichtstag tagt mit gut 330 Teilnehmern aus allen im Sozialrecht engagierten Berufsgruppen am 15. und 16.11.2012 unter dem Motto "Sozialrecht: Tradition und Zukunft" in Potsdam.

  

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Beitrag Verfasst: Dienstag 27. November 2012, 11:34 
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Wieder eine Meldung für den Horror-Thread!
Man muss wenigstens das FETTgedruckte lesen. Allerdings auf eigene Gefahr!


Deutsche Lohnentwicklung als Gefahr für Europa?
IMK-Chef Horn fordert höhere Löhne


Die Arbeit in Deutschland ist zu billig. Das nütze dem Export, schaffe aber kein nachhaltiges Wachstum, meint der Chef des gewerkschaftsnahen "Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung", Horn. Unser Reporter ließ sich von ihm erklären, in welchen Bereichen Lohnerhöhungen am dringendsten wären.
Von Michael Weidemann, NDR, ARD-Hauptstadtstudio

In Deutschland ist die Arbeitsstunde ein Viertel billiger als gleichwertige Arbeit etwa in Schweden. 30,10 Euro kostete 2011 eine durchschnittliche Arbeitsstunde in Deutschland. Damit lag die Belastung für hiesige Unternehmen immer noch um rund ein Viertel unter den Beträgen, die belgische, schwedische und dänische Betriebe für eine durchschnittliche Arbeitsstunde aufbringen mussten. Seit dem vergangenen Jahr steigen die deutschen Löhne zwar erstmals seit Jahren wieder kräftiger - aber immer noch nicht kräftig genug, sagt der Direktor des gewerkschaftsnahen "Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung", Gustav Horn.

Fremdwort Tariflohn
Vor allem in den Dienstleistungsbranchen gebe es erheblichen Nachholbedarf: "In Deutschland sind die Arbeitskosten im Dienstleistungssektor deutlich geringer als in der Industrie - etwa um zwanzig Prozent." Dies sei keinem anderen Land so. "Das liegt natürlich daran, dass wir im Dienstleistungssektor Bereiche haben, in denen Tariflöhne ein Fremdwort sind, und in denen Niedriglohnbeschäftigungen an der Tagesordnung sind. Das drückt den Durchschnitt dort erheblich herunter."


Außenhandelsüberschuss basiert auf Schulden
In der Industrie hätten die Löhne in Deutschland zwar deutlich stärker aufgeholt. Von einem ausgewogenen Verhältnis zu den Krisenländern Südeuropas könne aber noch lange keine Rede sein. Die heimische Kaufkraft sei immer noch eher schwach ausgeprägt. Die vergleichsweise günstigen Exportgüter dagegen sorgten unverändert für einen deutlichen Außenhandelsüberschuss in Deutschland.

Das gehe zu Lasten der Krisenstaaten in der Eurozone, mahnt Horn: "Wir haben im Moment in Deutschland kein Wettbewerbsproblem. Wir haben das Problem, dass wir zwar sehr gute Exportzahlen haben. "Doch solange diese auf Pump basierten, "nämlich auf der Verschuldung der anderen, sind es keine nachhaltigen Wohlstandsgewinne. Das geht eine ganze Weile gut. Und wir wissen mittlerweile: Es geht nicht auf ewig gut, wie wir in den letzten Jahren erfahren mussten."

Denn nun müsse Deutschland auch finanziell für die wirtschaftliche Schieflage der Krisenländer aufkommen. Um die Ungleichgewichte zu korrigieren,
müssten die Arbeitseinkommen mittelfristig um etwa 16 Prozent steigen, kalkuliert Horn. Davon würden auch die Alterseinkommen profitieren, die an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt sind.

Renten im Blick
"Höhere Löhne jetzt bedeuten in Zukunft weniger Altersarmut." Das bislang stagnierende Rentenniveau sei für die wachsende Altersarmut mit verantwortlich. Nur mit überdurchschnittlichen Tarifabschlüssen und mit der Eindämmung des Niedriglohnsektors seien beide Probleme zu lösen, folgert der IMK-Direktor: "Damit wir auf der einen Seite sowohl Stabilität im Euroraum gewinnen, als auf der anderen Seite auch bei den Renten eine Entwicklung bekommen, die das Problem der Altersarmut abschwächt."


Alle Sektoren der Wirtschaft zusammengenommen liegt Deutschland bei der Entwicklung der Arbeitskosten auf Platz sieben der europäischen Rangliste, hinter Belgien, Schweden, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden.
Wer hat uns verraten...

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Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. November 2012, 15:16 
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Hätte nicht gedacht, dass doch so viele Deutsche Humor haben..

Altersstudie - Generation 65 plus fühlt sich reich, jung und fit

Alt, einsam und verarmt - so würden nur wenige Senioren in Deutschland ihre Lebenssituation beschreiben. Im Gegenteil: Einer Studie zufolge sind die Alten aktiv und voller Lebensfreude.
Von Claudia Ehrenstein

Die Alten von heute fühlen sich im Durchschnitt zehn Jahre jünger als sie tatsächlich sind. Sie sind mit ihrem Leben insgesamt sehr zufrieden, sie pflegen intensive Kontakte zur ihrer Familie und beurteilen auch ihre materielle Lage als gut. Das geht aus einer Allensbach Studie hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Es ist eine der bislang umfassendsten Untersuchungen zur Lebenssituation der 65- bis 85-Jährigen in Deutschland.

Allensbach-Chefin Renate Köcher wertete die Studie als einen Beleg dafür, dass die Gesellschaft ihr oft negativ geprägtes Bild vom Alter korrigieren müsse. "Das Alter muss nicht eintönig und einsam sein", sagte Köcher. Das genaue Gegenteil sei der Fall.

So engagieren sich fast die Hälfte der Alten ehrenamtlich in sozialen Einrichtungen, in Kultur oder Sport. Insgesamt widmen sie sich diesen Aktivitäten knapp 1,5 Milliarden Stunden im Jahr, was einer Arbeitszeit von fast 870.000 Vollzeitjobs entspricht.

Alte fahren Auto, schminken sich, helfen den Kindern

Die ältere Generation von heute sehr viel unterwegs, fast ein Drittel verlässt täglich das Haus. Jeder zweite fährt noch Auto. Und selbst bei den 80- bis 85-Jährigen ist noch jeder vierte mehrmals in der Woche mit seinem Auto unterwegs.

Als Indiz für eine positive Lebenseinstellung führt die Studie die Verwendung von Lippenstift an. Jede zweite Frau im Alter zwischen 65 und 74 Jahren schminkt sich regelmäßig auf diese Weise, vor 30 Jahren noch waren es nur halb so viele. Bei den Frauen jenseits der 75 sind es heute immerhin noch 24 Prozent.

Die Studie räumte auch mit dem Klischee von einem Konflikt der Generationen auf. Die Mehrzahl der älteren Menschen trifft ihre Kinder und Enkelkinder regelmäßig und unterstützt sie finanziell so gut es geht. Die Transferleistungen der Alten an die Jungen summieren sich auf knapp zehn Milliarden Euro im Jahr.

Angst vor Verlust der Unabhängigkeit

Größte Sorge der älteren Menschen ist es, im Alter auf Grund von Krankheit ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu verlieren. Besonders groß ist die Angst, an Demenz zu erkranken und zu einem Pflegefall zu werden. Bei Pflegebedürftigkeit setzen die Alten von heute noch stark auf das familiäre Netz. 59 Prozent hoffen, in der eigenen Wohnung bleiben zu können.

Rund 90 Prozent der älteren Generation hat noch Kinder und zwei Drittel haben auch Enkelkinder. In der nachfolgenden Generation jedoch nimmt die Zahl der kinderlosen Frauen und Männer zu.

Der Heidelberger Altersforscher Andreas Kruse forderte Politik und Gesellschaft auf, sich schon heute auf diese veränderte demografische Struktur einzustellen. So sollten ältere Menschen die Möglichkeit erhalten, auch über die gesetzliche Altersgrenze hinaus zu arbeiten.

Die Altersstudie wurde im Auftrag des Versicherers Generali Deutschland erstellt. Befragt wurden 4.197 Frauen und Männer im Alter von 65 bis 85 Jahren. Eine zweite Studie soll in vier Jahren folgen.
http://www.welt.de/111595457

Was die Studie noch erwähnt..: Die meisten Rentner befinden sich in einer finanziell komfortablen Situation: Im Schnitt beträgt ihre Nettohaushaltseinkommen 2200 Euro.

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Beitrag Verfasst: Sonntag 20. Januar 2013, 14:26 
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Die ENTE ist sicher! $cool$

Die ARGEN zahlen schon seit geraumer Zeit nicht mehr in die Rentenversicherung ein. Das wird später noch einen tierischen Bumerang in Sachen Altersarmut geben.
Ich sehe immer mehr - auch ältere - Leute, die im Müll nach Flaschen suchen. Und das wird sicher nicht besser werden...

Den Meisten ist es einfach nicht (mehr) möglich, noch Geld beiseite zu legen, aber selbst dann ist sich der Staat nicht zu schade, sogar noch Zinsen auf das Schonvermögen anzurechnen. Er bestraft, statt zu belohnen. Nur noch krank sowas.

  

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Beitrag Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2013, 11:49 
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Und wer jetzt noch nicht die Schnauze voll hat:
Deutsche Rentner: Zu 70 Prozent abhängig vom Staat

Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Betriebliche und private Vorsorge machen nur einen geringen Teil des Einkommens der deutschen Rentner aus. Der Großteil des Geldes kommt vom Staat. Diesem gelingt es aber schon jetzt nicht mehr, das reale Renten-Niveau zu halten.

Die Deutschen beziehen 70 Prozent ihres Pensions-Einkommens vom Staat. Damit liegt das Schicksal der Rentner in der Hand einer Institution, die immer schlechter wirtschaftet.

Die private Altersvorsorge wird angesichts des demographischen Wandels immer wichtiger. Doch die Inflation und die Zunahme der Geringverdiener in Deutschland werden zunehmend zu einer Bedrohung des deutschen Rentensystems. Schon jetzt sind die deutschen Rentner zu fast 70 Prozent abhängig vom deutschen Staat, zitiert der Kurier.at aus einer Studie der Allianz. Nur 9 Prozent der Einkommen ergeben sich aus Betriebspensionen, 12 Prozent aus privater Vorsorge und 9 Prozent aus Erwerbsarbeit.

Diese Abhängigkeit der Rentner vom Staat ist höchst gefährlich. Denn trotz der Erhöhung des Renteneintrittsalters steigen die staatlichen Renten immer weniger. Die Inflation kann schon jetzt nicht mehr ausgeglichen werden (hier). Sobald die Rezession aus dem Süden Europas auch auf Deutschland übergreift, wird sich Entwicklung noch verschärfen. Wenn es dann überhaupt noch eine Rente geben soll, dann muss diese real weiter gesenkt werden.

Für die Allianz-Studie wurden zwei-Personen-Haushalte mit über 65-Jährigen aus 16 OECD-Ländern verglichen. In Italien und Frankreich kommen dabei 72 Prozent beziehungsweise 73 Prozent des Pensions-Einkommens vom Staat, in Österreich sogar 82 Prozent.

„Wer mehr Pension haben möchte, hat zwei Möglichkeiten: Sparen oder länger arbeiten“, sagt Thomas Url vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung. Doch bei der aktuellen Einkommenslage fällt es vielen Deutschen schwer, etwas zurückzulegen. Zudem ist das Sparen auf dem Bankkonto höchstgefährlich, denn es droht der Haircut. Dies mussten die Rentner in Zypern bitter erfahren

Das durchschnittliche tatsächliche Renteneintrittsalter deutscher Frauen liegt bei 60,5 Jahren. Deutsche Männer gehen im Schnitt mit 61,8 Jahren in den Ruhestand. Um ihren Lebensstandard zu halten, müssen die Deutschen in Zukunft länger arbeiten. Dazu werden zusätzliche Arbeitsplätze benötigt. Doch die Grünen wollen das Schaffen von Arbeit eher schwerer machen, falls sie die Bundestagswahl gewinnen (mehr hier).

Mit dem Staat könnten die Rentner auf den falschen Schutzherrn gesetzt haben.

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Beitrag Verfasst: Sonntag 15. September 2013, 12:54 
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Wetten, dass es immer noch Idioten gibt, die in völliger Ahnungslosigkeit immer noch diese Idioten wählen? Wetten?
Die nächste Schreckensnachricht - es hört nicht auf. Danke CDUCSUFDP!
Hunderttausenden Deutschen droht ein Rentenschock
Die Betriebsrente ist unsicher. Das zeigt eine Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den 30 führenden Konzernen Deutschlands. Jedes dritte Unternehmen hat seine Zusagen für Mitarbeiter schon reduziert.

Die Zwei-Klassen-Medizin ist in Deutschland schon lange Realität. Jetzt droht auch eine Zwei-Klassen-Rente. Eine besonders herbe Enttäuschung sind die Veränderungen bei der betrieblichen Altersversorgung, die hierzulande für viele zum festen Bestandteil ihrer Ruhestandsplanung geworden sind.

Jüngere Mitarbeiter werden gegenüber Älteren bei der Betriebsrente zunehmend schlechter gestellt, sei es, dass die Leistungen niedriger ausfallen oder dass das Risiko auf sie abgewälzt wird. Die Firmen beschönigen die Schlechterstellung der Jüngeren mit salbungsvollen Worten: "Vergangenes Jahr haben wir ein modernes und zukunftsfähiges System der betrieblichen Altersversorgung für alle neu eintretenden Tarifbeschäftigten eingeführt", heißt es etwa bei Daimler.

Diese Verschlechterung bestätigt eine Umfrage, welche die "Welt am Sonntag" unter Deutschlands führenden Unternehmen durchgeführt hat. Alle 25 Unternehmen, die auf die Anfrage antworteten, bieten eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente an. Die einzige Ausnahme ist HeidelbergCement, bei der nur Mitarbeiter in den Genuss einer solchen Betriebsrente kommen, die vor 2005 angefangen haben.

Problematisch ist für die Betriebe die steigende Lebenserwartung ihrer Pensionäre in Verbindung mit einem offenbar dauerhaft niedrigen Zinsniveau an den Kapitalmärkten. Dadurch wächst tendenziell die Lücke zwischen den Pensionszusagen und den dafür angesparten Vermögen zusehends.

Zusagen sind nicht mehr haltbar

Anfang September schreckte die Meldung auf, dass sich die 60.000 Mitarbeiter der Lufthansa auf deutlich niedrigere Betriebsrenten einstellen müssen. Die Rentenkasse der Airline könne nicht mehr ausreichend Rendite erwirtschaften, um einst gemachte Zusagen zu erfüllen. Im kommenden Jahr müsste die Lufthansa nach eigenen Angaben sonst fast eine halbe Milliarde Euro zuschießen. Die Gewerkschaft Ver.di hat dem Konzern inzwischen mit Streik gedroht, sollte es seine Pläne wahrmachen.

Die gute Nachricht aus der Umfrage: Kein anderes der befragten Unternehmen plant ähnlich drastische Einschnitte wie die Kranich-Linie. Die schlechte Nachricht: Viele Unternehmen müssen dies gar nicht tun, weil sie längst still und heimlich "Anpassungen" vorgenommen haben. Neun der 25 Unternehmen, welche die Umfrage beantwortet haben, sind den Weg bereits gegangenen, den die Lufthansa erst beschreiten will: Sie haben das finanzielle Risiko an ihre Mitarbeiter ausgelagert.

Ein Beispiel ist der Elektrokonzern Siemens: Seit dem Jahr 2003 gilt dort "ein beitragsorientiertes Versorgungssystem". Die Höhe der Betriebsrente ist im Wesentlichen von den Investmenterträgen auf die eingezahlten Beiträge abhängig. Siemens selbst garantiert nur noch eine Mindestverzinsung, die sich am Garantiezins der Lebensversicherungen orientiert. Dieser Garantiezins lag zuletzt bei 1,75 Prozent. "Mit diesem System haben wir ein zukunftsfähiges und für das Unternehmen kalkulierbares Versorgungssystem geschaffen. Wir haben derzeit keine Veranlassung, am bestehenden System Veränderungen vorzunehmen", formuliert ein Sprecher der Münchener.

Ähnlich äußert sich Daimler. Die 2012 eingeführte Betriebsrente der Stuttgarter ist kapitalmarktorientiert. Das bedeutet, dass künftigen Pensionären keine festen Bezüge garantiert werden. Die Höhe der Betriebsrente hängt zum guten Teil an den Launen der Kapitalmärkte.

Daimler zahlt die Betriebsrente aus eigener Tasche

Bei Daimler lobt man sich dennoch für die neue Betriebsrente: Denn der Autobauer zahlt sie aus der eigenen Tasche, was keineswegs selbstverständlich ist. "Die Höhe der vom Arbeitgeber finanzierten Versorgungsbeiträge wurde im Vergleich zum Altsystem beibehalten. Zusätzlich bieten wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Möglichkeiten zum Aufbau einer Eigenvorsorge durch Entgeltumwandlung." Nach Unternehmensangaben enthält die Betriebsrente einen zusätzlichen Schutz bei Erwerbsminderung oder im Todesfall. Die Regelung gilt für alle seither eingetretenen Tarifbeschäftigten.

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp überprüft "regelmäßig die Angemessenheit und Wirksamkeit" der vorhandenen Betriebsrentenzusagen. In diesem Zusammenhang seien beispielsweise erst kürzlich Änderungen im Garantiezins für die Betriebsrente umgesetzt worden. Wenig beruhigend für Mitarbeiter: "Auch zukünftig sind Anpassungen nicht ausgeschlossen."

Immerhin 16 der 25 Dax-Unternehmen haben die Risiken noch nicht ausgelagert. Ein Beispiel ist die Deutsche Telekom. Der Bonner Konzern will an der bestehenden Regelung festhalten. Unabhängig von der Kapitalmarktentwicklung macht die Telekom feste Zusagen. Dabei hätte sie einige Gründe, die Kürzungen vorzunehmen. Während das Planvermögen (das für die betriebliche Altersversorgung reservierte Vermögen) bei 1,7 Milliarden liegt, betragen die Verpflichtungen knapp neun Milliarden. Der Rest wird über Rückstellungen finanziert. Der Ausfinanzierungsgrad beträgt demnach nicht mal ein Fünftel. Damit ist sie Schlusslicht im Dax.

"Der Aufbau der Kapitaldeckung ist nicht lediglich ein Instrument des Risikomanagements, sondern zugleich ein deutliches Zeichen dafür, dass der Vorstand der Telekom auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung bei der Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung setzt", heißt es bei dem Fernmelde-Riesen. Die Telekom ist ein Exempel dafür, wie Firmen die Betriebsrente nutzen, um neue Mitarbeiter zu werben und alte zu binden. Doch die Möglichkeiten engen sich zunehmend ein, wollen die Firmen nicht ihre Finanzen ruinieren.


Da bekommt der Wahlspot Merkels eine völlig neue Dimension. Immer schön in den Schlaf wiegen, wenn der Deutsche nach einem langen Arbeitsleben zum Sozialamt "darf" haben sich unsere Politiker schon längst mit Ihren Renten und Pensionen vom Acker gemacht. Ist ja auch berechtigt: Nach mir die Sintflut!

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Ursula von der Lügen Leyen, 13.06.09: „Die Arbeit der Tafeln entbindet den Staat nicht von seiner Verantwortung“...
und ..."die Tafeln legen vielmehr den Finger in die Wunde und machten damit auf soziale Schieflagen aufmerksam"
Sprüche 17:28: "Ein Narr wenn er schwiege, würde auch für weise gerechnet und verständig, wenn er das Maul hielte".

  
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